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Lebensmittel
Gewürze
Der Brockhaus definiert Gewürze als "Stoffe, die Lebensmitteln zur Beeinflussung des Geschmacks in meist kleinen Mengen zugesetzt werden." Die Deutschen sind zwar nicht gerade Weltmeister im Würzen - trotzdem ist die Bundesrepublik weltweit der zweitgrößte Importeur von Gewürzen. Der Löwenanteil dieser Importe geht auf das Konto der Nahrungsmittelindustrie, die Gewürze in Fertigprodukten verarbeitet. In den Herkunftsländern dagegen wird der größte Teil der dort verkauften Gewürze in Privathaushalten verbraucht - eine Tatsache, die schlaglichtartig vollkommen unterschiedliche Eßkulturen offenbart. Gewürze gehören zu den ältesten Welthandelsgütern der Welt. Ebenso wie Kaffee, Tee und Kakao trugen sie im Laufe der Jahrhunderte zur kolonialen Aufteilung der Welt bei: Vom Gewürzhandel der Araber, die das kostbare Gut auf den sagenumwobenen Karawanenstraßen nach Europa brachten, über die Kreuzzüge bis zu den überseeischen "Entdeckungen" der Neuzeit - immer spielte auch die Jagd nach Gewürzen und den damit verbundenen enormen Profitmöglichkeiten eine Rolle. Im Welthandel spielen die tropischen Gewürze heute zwar insgesamt keine große Rolle mehr, wohl aber als Devisenbringer für einzelne Erzeugerländer wie z.B. Madagaskar, Indien oder Sri Lanka.
Neben den klassischen Gewürzen, wie Kardamon, Ingwer oder Zimt aus Sri Lanka bieten wir seit einiger Zeit ein Bio-Gewürzsortiment an. Ein Teil der Kräuter und Gewürze stammen nicht aus einem "klassischen Entwicklungsland" sondern werden fast direkt vor unserer eigenen Haustür produziert. Nach unserem eigenen Verständnis handelt es sich bei diesen Kräutern und einigen wenigen Gewürzen aber nicht "nur" um ein Ergänzungssortiment im Sinne der "Konvention der Weltläden". Alle Handelspartner sind Kleinbauern und/oder Zusammenschlüsse kleiner ProduzentInnen (z.B. im heutigen Kroatien und der Türkei).