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Fairer Handel?

Der Faire Handel ist ein alternativer Ansatz zum konventionellen internationalen Handel. Er ist eine Handelspartnerschaft, die eine nachhaltige Entwicklung für ausgeschlossene und benachteiligte ProduzentInnen anstrebt. Er versucht das durch die Gewährung besserer Handelsbedingungen, durch Bewusstseinsbildung und Kampagnen.

Die Ziele des Fairen Handels:

Verbesserung der Einkommen und des Wohlergehens der Produzentlnnen durch Verbesserung des Marktzugangs, Stärkung der Produzentenorganisationen, Zahlung besserer Preise und Gewährung von Kontinuität in der Handelsbeziehung.

Förderung der Entwicklungsmöglichkeiten für benachteiligte ProduzentInnen, insbesondere Frauen und UreinwohnerInnen, sowie Schutz von Kindern vor Ausbeutung im Produktionsprozess.

Stärkung des Bewusstseins bei den KonsumentInnen über die negativen Auswirkungen des internationalen Handels auf die Produzenten, so dass sie von ihrer Kaufkraft positiv Gebrauch machen können.

Vorleben eines Beispiels für Partnerschaft im Handel mit Hilfe von Dialog, Transparenz und Respekt.

Durchführung von Kampagnen zur Veränderung der Regeln und Praktiken des konventionellen internationalen Handels.

Schutz der Menschenrechte durch die Förderung sozialer Gerechtigkeit, umweltverträglichen Verhaltens und wirtschaftlicher Sicherheit.

Die Kriterien des Fairen Handels

Die Kriterien des Dachverbandes der Weltläden beziehen sich auf alle drei Etappen des Fairen Handels (ProduzentInnen, alternative Importorganisationen und Weltläden) und sind wie folgt definiert:

(1) Sozial- und Umweltverträglichkeit

Im Alternativen Handel stehen die Menschen und ihre elementaren Bedürfnisse im Vordergrund. In der Kostenkalkulation werden Faktoren zur Einhaltung bzw. zum Erreichen bestimmter Sozial- und Umweltstandards einbezogen.

(2) Transparenz

ProduzentInnen, alternative Importorganisationen und Weltläden ermöglichen es, dass beispielsweise ihre Zielsetzungen, ihre Organisationsstruktur und ihre finanzielle Situation für ihre Handelspartner einsichtig sind.

(3) Organisationsform

Eine gleichberechtigte Mitbestimmung aller am Handel Beteiligten wird angestrebt. Kooperativen und Genossenschaften werden bevorzugt.

(4) Non-Profit

Eine Privatisierung von Gewinn ist auszuschließen. Mit Hilfe des gerechteren Preises wird die Basis für eine gesicherte Existenz ermöglicht. Große soziale Gefälle sind zu vermeiden. Ein Teil des Erlöses sollte für Gemeinschaftsaufgaben im Sozial- und Bildungsbereich verwendet werden.

(5) Informations- und Bildungsarbeit

Der Faire Handel will über den Verkauf Informationen zu der Problematik des Welthandels und seiner machtpolitischen Voraussetzungen vermitteln und zur Bewusstseinsbildung beitragen.

(6) Kontinuität

Langfristige Handelsbeziehungen und Beständigkeit der Arbeit sind Grundlage für eine echte Partnerschaft. Kontinuität soll sowohl für den Produktionsprozess und die Betriebsführung als auch für die Bildungs- und Informationsarbeit bestehen.

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